Plättenfahrt

Die Drau als jahrhundertalte Wasserstrasse hautnah erleben. 


Die Drau wurde über Jahrhunderte als Wasserstraße genüzt, um Kohle, andere Bodenschätze und Waren auf dem Wasserwege bis ins heutige Osijek zu bringen.


Zur Geschichte
Die Drau als Wasserstraße hatte bis zur Fertigstellung der Südbahnstrecke im Jahre 1871 große Bedeutung. Güter- und Personentransporte über Wasserwege waren billig, erforderten jedoch großen Mut, Geschick und Ausdauer. Die Plättenschifffahrt und Flößerei verband ohne amtliche Komplikationen Lienz mit Oberdrauburg, Spittal, Marburg und Esseg. Konnte man diese Städte zuvor nur mit Post-, Stell- und Plachenwägen erreichen, war der Transport von Bauholz, Braunkohle und Erz am Landwege kaum bewältigbar. Der Geleitzug von 20 Plätten oder 6 bis 8 Floßen erreichte bei gutem Sommerfahrwasser in 2 bis 3 Tagen Marburg. Zweimal die Woche fuhren diese Gruppen diese Wasserstrecke. Die Rückfahrt erfolgte mit Stellwägen, nach 1870 mit der Bahn bis Villach und von dort mit schwerem Rucksack zu Fuß zurück nach Oberdrauburg.

Da die Drau zur damaligen Zeit noch nicht reguliert war, passierte es immer wieder, dass Floße oder Plätten auf Sandbänke auffuhren und dann von den Floßknechten von der Sandbank gestemmt werden mussten. Aus diesem Grund fuhr man stets paarweise von Oberdrauburg ab, um sich gegenseitig helfen zu können. Auch die Brücken über die Drau stellten eine stete Gefahr dar. Wurden die Floße vor allem zum Holz- und Gütertransport genutzt, war die Plätte ein beliebtes Fortbewegungsmittel für Reisende und Gepäck. Nur aus überplatteten Brettern mit 3 Jochen gebunden und mit Späne und Moos abgedichtet, war die Plätte 12 m lang, 4 m breit und konnte mit bis zu 30 Tonnen beladen werden. In der sogenannten Pontiller- Werft in Oberdrauburg wurde jeden Tag eine Plätte gebaut. Am Zielort in Marburg wurden sie verkauft und für den Weitertransport von Waren bis nach Osijek genützt. Die Plättenschifffahrt der Pontiller-Drauflotte hörte nicht durch Dampf und Schiene auf, sondern wurde vergessen, obwohl die Drau nach wie vor eine romantische Wasserstraße ist. Nur die Wasserrinnen "die Rinner" oder "den Fluß im Fluß" kennt niemand mehr. 


Die Drau am Fuße des Hochstadels - eine Wasserstraße mit jahrhundertalter Tradition